Unsere Welt – ein vernetztes System (Teil 2)

“In der lebendigen Welt ist die Frage: ‘System oder nicht System’ fast gleichbedeutend mit ‘Sein oder Nichtsein’.”

Die Frage, die sich also stellt lautet: Was ist ein System? und da es darüber durchaus unterschiedliche Vorstellungen geben kann, möchte ich darauf etwas näher eingehen.

Prof. Dr.rer.nat. Dr.h.c. Frederic Vester hat dazu sehr treffende Beispiele gefunden. So ist ein Haufen Sand kein System, schreibt er. Du kannst eine Handvoll Sand wegnehmen oder auch dazugeben, es bleibt immer ein Haufen Sand und obwohl Du die Menge verändert hast, ist im Grunde doch alles gleich geblieben.

Eine Blume ist ein System, wie wir es hier verstehen. Die wichtigste Eigenschaft eines Systems besteht darin, dass es aus mehreren verschiedenen Teilen besteht. Da das jedoch auch bei einer Schüssel Müsli der Fall wäre, gibt es eine zweite wichtige Eigenschaft eines Systems: seine Teile sind zu einer bestimmten Struktur vernetzt.

Während also die nebeneinander liegenden Zutaten unseres Müslies kein System bilden, sind die Atome aus denen z.B. die Früchte bestehen, jedes für sich, sehrwohl ein System. Kommen viele kleine Systeme zusammen, können diese eine Menge (viel Müslie, viel Sand, viele Hühner, viele Bienen etc.) oder ein System (einen Hühnerhof, ein Bienenvolk etc.) bilden.

Durch seinen strukturellen Aufbau, seine Ordnung und Organisation hat ein System neue Eigenschaften und Du erkennst das daran, dass es sich völlig anders verhält als vorher seine Teile.

Wissensbaustein:
Ein System ist immer ein Ganzes und das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!

Das mehr ist die Struktur, die Organisation und das Netz der Wechselwirkungen.

Im nächsten Beitrag “Wie wirken die Dinge aufeinander?” geht es dann um das Netz der Wechselwirkungen.

Also, bis bald. GPP

Unsere Welt – ein vernetztes System (Teil 1)

“Ein besseres Verständnis für die Wechselwirkungen in unserer Welt ist beste Voraussetzung dafür, ein bessere Welt zu erschaffen.”

Es war Prof. Dr.rer.nat. Dr.h.c. Frederic Vester der mich mit seinen Büchern über viele Jahre begleitet und mich gelehrt hat, die Welt als ein vernetztes System zu verstehen.

Auf Grund der aktuellen Ereignisse, wir schreiben das Jahr 2020 und sind mitten in der Bewältigung der weltweiten CORONA-Krise, habe ich mich dazu entschlossen eine Artikel-Serie zu verfassen und dieser den Titel “Unsere Welt – ein vernetztes System” zu geben.

Das gleichnamige Buch von Frederic Vester ist unter der ISBN 3-423-33046-5 erstmals im Oktober 1983 erschienen aber leider mittlerweile vergriffen [ weiter lesen ]. Ich nehme daher mein Exemplar (10. Auflage Mai 1999) als Grundlage für meine Artikel.

Ziel dieser Artikel-Serie ist es den interessierten Leserinnen und Lesern die Botschaft von Frederic Vester, mit Bezug zu den aktuell beobachtbaren Ereignissen, näher zu bringen.

Noch etwas: Ich erlaube mir in meiner Artikel-Serie das respektvolle “Du” zu verwenden und hoffe, dass diese Form der Anrede die aktuell notwendige, persönliche Distanz überwindet sowie die von mir gewünschte Vertrautheit erzeugt.


Mit der weltweiten Verbreitung des COVID-19 Virus, einem Virus aus der Familie der Coronaviren, erleben wir sehr anschaulich wie vernetzte Systeme funktionieren. Nicht nur die Krankheit und ihre Folgen sondern auch die Auswirkungen auf unser aller Leben und unsere Wirtschaftssysteme machen betroffen.

Wie konnte das so passieren und wie kann ein so kleiner Organismus einen solchen Einfluss auf uns alle ausüben?

Genau damit wollen wir uns beschäftigen und daher in den nächsten Artikeln folgende Themen behandeln:

  1. Was ist ein System?
  2. Wie wirken die Dinge aufeinander?
  3. Wie wirken die Dinge auf sich selbst zurük?
  4. Wenn man Zusammenhänge missachtet
  5. Wie man Zusammenhänge verstehen lernt
  6. Wie man Systeme durch Eingriffe kaputt macht
  7. Wie sich Systeme durch Selbststeuerung nutzen lassen
  8. Wir selbst als Teil des Ganzen

Ich hoffe ich konnte Dein Interesse wecken, bis bald. GPP

High Tech / High Touch

Die Digitalisierung ist in unserer Gesellschaft angekommen. Ob das immer gut ist, sei dahingestellt. Tatsache ist,

  1. dass wir Menschen es sind, die Digitalisierung vorantreiben und
  2. dass unsere Lebenswelten bereits heute dadurch massiv beeinflusst sind.

Immer öfter beobachte ich, dass je mehr digitale Werkzeuge wir einsetzen desto mehr sehnen wir uns nach „echter“ Menschlichkeit. Erst durch die alles durchdringende Digitalisierung reift also die Erkenntnis, dass es den Menschen braucht, damit das Ganze rund wird. Wofür sollte es sonst auch gut sein? Wir sind die einzige Species auf diesem Planeten die von dieser Entwicklung profitiert.

John Naisbitt hat bereits 1982 von „High Tech / High Touch“ geschrieben und damit genau dieses Phänomen adressiert. Neue Technologien bewusst in unser Leben bringen war seine Empfehlung. Es stellt sich also die Frage: Was brauchen wir, was braucht der Mensch? Menschen wollen dazugehören und wachsen, Anerkennung finden und wertgeschätzt werden. Der Wunsch dem eigenen Leben Sinn zu geben ist tief verwurzelt.

Die Digitalisierung verhilft den meisten von uns zu einem besseren Leben und das verpflichtet uns zur Verantwortung. Zur Verantwortung für den gesamten Planeten. Sowohl im betrieblichen als auch im privaten Umfeld, für sich und für andere, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gute Zukunft zu schaffen muss also das Ziel sein.

Und, was soll ich als Unternehmer nun konkret tun? Sich der eigenen Verantwortung bewusst sein, achtsam sein und die 3K: Kunde – Kooperation – Kreativität1 in die Überlegungen mit einbeziehen.

1) Buchempfehlung: Radikal digital von Reinhard K. Sprenger
Foto: Photo by Mimi Thian on Unsplash